Alarmstufe Rot: Wie uns „Business unusual“ retten kann

Der menschliche Raubbau an der Natur hat dramatische Konsequenzen. Neben der Politik muss auch die Wirtschaft eine radikale Trendwende schaffen.

Der Befund war dramatisch, schaffte es aber dennoch nur sehr kurz ins öffentliche Bewusstsein. Durch das massive Eingreifen des Menschen in Ökosysteme werden ohne Gegenmaßnahmen bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten aussterben, warnte im Mai der UN-Bericht des Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES). Insbesondere die Klimakrise beschleunigt dieses beispiellose Zerstörungswerk und wird somit zur existenziellen Bedrohung, deren Ausmaß die Menschheit tagtäglich weiter befeuert: Wir nutzen Ressourcen schneller, als sie wiederhergestellt werden können. Landwirtschaftliche Expansion, Übernutzung von Wäldern und Meeren, Zersiedelung, massiver Boden- und Energieverbrauch, Bergbau und Umweltverschmutzung führen zum Verlust von Lebensräumen und Arten. Fazit: Die natürlichen Systeme unseres Planeten sind schon über dem Limit und alles, was wir lieben und zum Leben brauchen, ist bedroht. Ein alarmierender Weckruf, der sich nicht nur an Politik und Gesellschaft richtet, sondern auch direkt an alle Wirtschaftstreibenden. Ohne spürbare Trendwende wird die Natur so wie wir sie heute kennen, als Grundlage für unsere Lebensqualität, unseren Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg verloren gehen.

Der wahre Wert der Natur ist unbezahlbar

Die Auswirkungen der Wirtschaft auf die Natur sind bekannt, doch umgekehrt findet die existenzielle Abhängigkeit der Unternehmen von intakten Ökosystemen im Alltag viel zu wenig Beachtung. Dabei lässt sich der wirtschaftliche Nutzen der Natur einfach darstellen, denn Unternehmen profitieren von:

  • Ressourcennutzung für Nahrung, Mineralien und Baumaterialien.
  • Sicherstellung eines stetigen Flusses von Ökosystemdienstleistungen, wie Bestäubung von Nutzpflanzen, Wasserfiltration, Abfallabbau, Kohlenstoffbindung und Klimaregulierung.
  • Einem Lebensraum für eine gesunde und wohlhabende Gesellschaft, in der sie operativ tätig sein können.

So erbringen natürliche Systeme alljährlich Dienstleistungen für die Weltwirtschaft im Wert von schätzungsweise 125 Billionen Dollar pro Jahr – zwei Drittel mehr als das globale Bruttoinlandsprodukt. Des Weiteren können laut IPBES sogenannte „nature-based solutions“ zu 37 Prozent zur Einhaltung der 1,5 °C-Grenze des Pariser Klimaschutzabkommens beitragen und damit einige der gravierenden Folgen der Klimakrise verhindern. Die Abhängigkeiten von diesen Dienstleistungen machen Biodiversitätsverlust und Klimawandel zu den größten systemischen Gefahren für die Weltwirtschaft. Sie führen zu Risiken für das operative Geschäft, beeinträchtigen die Stabilität der Lieferkette, Planbarkeit und Widerstandsfähigkeit und bringen Haftungsrisiken mit sich, inklusive zahlreicher Markt- und Finanzrisiken. Dazu kommt: Bereits jetzt kosten uns Naturkatastrophen, die durch Störungen des Ökosystems und den Klimawandel verursacht werden, mehr als 300 Milliarden Dollar pro Jahr.

Zeit zu handeln

Um ernsthaft gegenzusteuern, müssen die herkömmlichen Wirtschafts- und Finanzsysteme grundlegend neu ausgerichtet werden. Vier Aspekte sind besonders wichtig:

  1. Wir müssen den immensen Wert der Natur und die Kosten ihrer Verschlechterung erkennen und sie systematisch in alle wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen einbeziehen. Dies umfasst auch die Einführung neuer Entwicklungsindikatoren, die über das BIP hinausgehen, sowie die tatsächliche Förderung von nachhaltiger Produktion und verantwortungsvollem Konsum für zirkuläre und regenerative Volkswirtschaften.
  2. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Weltwirtschaft so umzugestalten, dass sie langfristig integrativen Wohlstand im Einklang mit den weltweiten Nachhaltigkeitszielen (SDGs) liefert, anstatt nur das kurzfristige Einkommenswachstum zu maximieren und die soziale Ungleichheit zu verstärken.
  3. Wir müssen Geschäftsmodelle schaffen, die langfristig einen Mehrwert für die Gesellschaft bringen und die Corporate Governance so verbessern, dass sie die unternehmerische Verantwortung gegenüber Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Gemeinden sowie gegenüber Aktionären stärkt.
  4. Wir müssen finanzielle, politische und marktwirtschaftliche Anreize so umlenken, dass sie natürliche Systeme und Ökosystemdienstleistungen begünstigen und unsere Wirtschaft dabei unterstützen, das Versprechen der SDGs zu erfüllen – Wohlstand für alle auf einem gesunden Planeten.

Unternehmen am Zug

Selbstverständlich ist in erster Linie die Politik gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, aber auch die Wirtschaft muss sehr viel mehr tun als bisher und sollte auf „Business unusual“ im besten Sinne setzen.

Erstens können sich Unternehmen dazu verpflichten, Biodiversitätsverluste rückgängig zu machen und natürliche Systeme wiederherzustellen. Sie können insbesondere in den Lebensräumen, in denen sie produzieren, ganzheitliche Maßnahmen setzen und skalierbare Lösungen für die Reduktion des Ressourcenverbrauchs und Wiederherstellung der Natur entwickeln.

Zweitens sollten Unternehmen umweltbedingte Risiken umfassend bewerten, um auf diese rechtzeitig zu reagieren, und einen “no regrets”-Ansatz für die Natur verfolgen, bei dem die Auswirkungen und Abhängigkeiten von Naturkapital bewertet werden. Während sich wissenschaftlich fundierte Ziele für die Natur in der Entwicklung befinden, können Unternehmen bereits jetzt Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Einklang mit der Klimawissenschaft festlegen (Science Based Targets).

Und drittens können sich Unternehmen gemeinsam mit Naturschutzorganisationen wie dem WWF dafür einsetzen, einen “New Deal for Nature and People zu gestalten, der sinnvolle Investitionen in natürliche Systeme fördert und belohnt. Dafür gibt es im Jahr 2020 eine einmalige Chance. Denn bei der nächsten UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt (CBD) sind große Fortschritte notwendig, um Naturverlust und Artensterben zu stoppen.

Fazit: Nie zuvor hat die Wissenschaft die Folgen unseres Handelns so klar aufgezeigt. Daher sind auch Unternehmenszwecke neu zu definieren, um Wohlstand ohne einen ständig steigenden Ressourcenverbrauch zu schaffen. Neben der Politik muss dafür auch die Wirtschaft ihre globale Verantwortung deutlich stärker als bisher wahrnehmen. Denn das Ausmaß der Krise, mit der wir konfrontiert sind, erfordert einen schnellen globalen Wandel. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Handeln wir jetzt!

Kreislaufwirtschaft als Treiber der Sustainable Development Goals

Wie das Europäische Kreislaufwirtschaftspaket nachhaltiges Produktions- und Konsumverhalten fördert und fordert

Im Jahr 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen globale Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs). Dabei handelt es sich um 17 Ziele, die auf mehr als 150 spezifischen Unterzielen beruhen. Die SDGs befassen sich mit den Auswirkungen unseres globalen wirtschaftlichen Wandels und verfolgen dabei einen umfangreichen Multi-Stakeholder-Ansatz.

Kreislaufwirtschaft trifft SDG#12

Befasst man sich mit dem Thema Kreislaufwirtschaft sticht ein Ziel heraus: Das SDG#12: „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“ beschäftigt sich mit der Überwindung des Dogma „Produzierens, Konsumierens und Wegwerfens“, welches seit der industriellen Revolution gelebt wird, und stellt einen positiver Wandel für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in den Mittelpunkt des Handelns.

Verschiedene Untersuchungen, u.a. von der Ellen MacArthur Foundation, belegen, dass Kreislaufwirtschaft viel zu dieser Agenda des SDG#12 beitragen kann: Die Umsetzung des Kreislauf-Modells in Europa könnte bis 2030 einen jährlichen Nettonutzen von 1,8 Billionen EUR erzielen. Des Weiteren hätte die Kreislaufwirtschaft in den Bereichen Mobilität, Infrastruktur und Ernährung das Potential die CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zum heutigen Niveau zu halbieren. Vor allem in der Landwirtschaft könnten durch die Optimierung von Nährstoffkreisläufen weitere Ziele der SDGs unterstützt werden wie der Erhalt der Artenvielfalt, die Einschränkung des Wasserverbrauchs und der Nährstoffversorgung. So könnten landwirtschaftliche Abfall- und Nebenprodukte genutzt werden, um Energie zu produzieren und den Verbrauch an chemischen Düngemitteln zu senken.

EU Aktionsplan in Kraft getreten

Die EU-Kommission verabschiedete 2015 das Kreislaufwirtschaftspaket, welches einen Meilenstein im Bereich der Umwelt- und Wirtschaftspolitik darstellt. Durch die möglichst lange Nutzung von Produkten und Ressourcen soll Abfall vermieden und durch konsequentes Recycling der Ressourcenverbrauch eingeschränkt werden. Neben Gesetzesvorschlägen für den Abfallbereich enthält das Kreislaufwirtschaftspaket auch einen umfangreichen Aktionsplan.

Im Aktionsplan finden sich 54 Maßnahmen für die schnelle Etablierung zirkulärer Systeme, die Steigerung der globalen Wettbewerbsfähigkeit sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen und nachhaltigem Wirtschaftswachstum. Der Aktionsplan fokussiert sich dabei auf fünf wesentliche Sektoren: Kunststoffe, Lebensmittelabfälle, Biomasse und biobasierte Materialien, kritische Rohstoffe sowie Bau- und Abbruch.

Schlüsselmaßnahmen des Aktionsplans

Neben der Förderung von Innovationen und Investitionen mit mehr als 650 Mio. EUR im Rahmen des Forschungsprogramms „Horizont 2020“ und 5,5 Mrd. EUR im Rahmen der EU-Strukturfonds, sollen auch Qualitätsstandards für Sekundärrohstoffe entwickelt werden, um einen größeren Markt für diese zu schaffen. Hierfür plant die EU u.a. eine Überarbeitung der EU-Düngemittelverordnung zur leichteren Anerkennung von organischen und aus Abfällen hergestellten Düngemitteln. Auch an der Erleichterung der Wiederverwendung von (Ab)wasser wird gearbeitet. Weiters wird das Ökodesign von Produkten im Sinne der Reparaturfähigkeit, Haltbarkeit und Recyclingfähigkeit gefördert. Neben der nachhaltigeren Nutzung natürlicher Ressourcen (SDG 12.2.) sowie der deutlichen Verringerung des Abfallaufkommens (SDG 12.5.), soll auch der umweltverträgliche Umgang mit Chemikalien und allen Abfällen während ihres gesamten Lebenszyklus (SDG 12.4) erreicht werden. Durch höhere Recyclingquoten und die Verringerung der Deponierung kann Abfall reduziert werden und die Freisetzung von Chemikalien in Luft, Wasser und Boden zum Schutz von Mensch und Umwelt erheblich verringert werden. Zusätzlich beabsichtigt die Europäische Kommission mit der im Aktionsplan genannten Kunststoff-Strategie die Verschmutzung der Meere deutlich zu reduzieren. Auch das SDG 12.3., die Verringerung von Lebensmittelverschwendung, wird im Kreislaufwirtschaftspaket adressiert. So sollen die Maßnahmen im Aktionsplan sowie die Entwicklung einer gemeinsamen Messmethodik Lebensmittelverschwendung um die Hälfte bis 2030 reduzieren.

Es muss noch viel mehr getan werden!

Auch wenn das Kreislaufwirtschaftspaket einen wesentlichen Teil zur Erreichung des SDG12 beitragen kann, wird es für die Zielerreichung entscheidend sein über die Themen Abfallwirtschaft und Recycling hinauszugehen und eine längere Produktnutzung, z.B. durch neue Geschäftsmodelle, zu etablieren. Es reicht nicht aus Ressourcen effizienter zu nutzen, sondern wir müssen unseren gesamten Konsum reduzieren und intelligenter organisieren. Dafür braucht es von der EU klare und messbare Ziele für eine absolute Reduktion des gesamten Rohstoffverbrauchs in der Wirtschaft. Eine ökologische Steuerreform wäre dabei eines der effektivsten politischen Instrumente. Doch die EU ist in globale Wertschöpfungsketten eingebettet, weshalb ihr Handlungsspielraum ohne internationale Standards für die Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Wiederverwertbarkeit von Produkten sehr begrenzt ist. Dennoch sollte die EU ihre Vorreiterrolle wahrnehmen und die Kreislaufwirtschaft noch stärker als bisher zu forcieren, um eine lebenswerte Zukunft, in der Mensch und Natur in Harmonie leben, zu gestalten.

Dieser Artikel wurde für respACT geschrieben und kann auch auf https://www.respact.at/site/de/news/artikel/article/7570.html gelesen werden.

Trendwende bei Plastik

Herausforderungen und neue Strategien für Unternehmen

Die Problematik des Plastikmülls in der EU

Plastik begleitet uns in vielen Lebensbereichen. Während Kunststoffe in der Medizin wichtige Funktionen erfüllen, verkommen sie im Alltag oft zum Wegwerfprodukt mit kurzer Lebensdauer. Allein in Europa fallen rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr an. Nur 30% dieses Mülls werden zur Wiederverwertung gesammelt. Dabei benötigt Plastik, das achtlos in der Natur landet, bis zu 400 Jahre bis zur vollständigen Zersetzung. Eine Reduktion des Plastikaufkommens und höhere Recycling-Quoten sind dringend notwendig, um diese enorme Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung einzudämmen. Unternehmen, Konsumenten und die Politik müssen sich um eine Vorbildwirkung in der Müllvermeidung, der qualitativ hochwertigen Verwertung sowie der Etablierung von Mehrwegsystemen, bemühen.

Politische Entwicklungen zur Bekämpfung des Müllproblems

Die EU Kommission plant aktuell ein Verbot von Einwegprodukten aus Kunststoff wie beispielsweise Strohhalmen, Einwegbesteck, Einwegtellern oder Wattestäbchen. Sowohl NGOs wie der WWF als auch Wirtschaftsvertreter begrüßen das Vorhaben. Denn in Fällen wo Plastik keine essentielle Funktion erfüllt oder Alternativen verfügbar sind, ist ein Verbot durchaus sinnvoll.

Um das Müllproblem erfolgreich zu bekämpfen, stellt auch die Kreislaufwirtschaft einen enormen Hebel dar. Die EU setzt hier mit dem Circular Economy Package, welches konkrete Recycling Ziele und maximale Deponierungsquoten für Abfälle vorschreibt, einen wichtigen Impuls. Um diese Ziele zu erreichen müssen Unternehmen im Austausch mit Entsorgungsbetrieben Produkte entwickeln, deren Design die Wiederverwertung von vornherein berücksichtigt. Diese Produkte sollten möglichst langlebig, reparierbar und zu 100 % im Kreislauf führbar sein.

Mögliche Lösungsansätze für Unternehmen

Innovative Geschäftsmodelle und technische Innovationen stellen wichtige Stellschrauben für eine effizientere und vor allem effektivere Ressourcennutzung dar und sind damit wesentliche Treiber der Kreislaufwirtschaft. Ziel muss es sein, ressourcenschonender zu produzieren – von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung, die Gestaltung der Produkte, den Handel und Konsum bis zur Wiederverwendung oder Entsorgung. Außerdem müssen Unternehmen mehr Verantwortung für das Lebensende ihrer Produkte übernehmen – also beispielsweise, wie es leider in vielen Ländern noch nicht der Fall ist, Sammlung, Sortierung und Recycling von Verpackungsabfällen mit finanzieren.

Viele Unternehmen begrüßen das Vorgehen gegen das Plastikproblem und arbeiten schon jetzt an Lösungen zur 100% Verwendung von wiederverwendbaren, recyclebaren oder kompostierbaren Verpackungen. Jedoch ist auch Skepsis am Plan der EU-Kommission angebracht. Denn auch wenn das Plastik-Verbot ein wichtiges politisches Signal ist, muss sichergestellt werden, dass nachhaltigere Alternativen gefunden werden und nicht alle aus Rohöl hergestellten Einwegprodukte durch solche aus Biokunststoffen ersetzt werden. Denn diese werden zwar auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt und sind häufig biologisch abbaubar, jedoch halten sie sich unter Umständen sehr lange in der Natur und verbrauchen in der Produktion durch den Anbau von Nutzpflanzen viele Ressourcen. Daher müssen die eingesetzten nachwachsenden Rohstoffe unbedingt eine zertifizierte Herkunft, wie z.B. Bonsucro (für Zuckerrohr) und FSC (für Holz), vorweisen und idealerweise aus Abfallprodukten bestehen, um die höhere Belastung von Ökosystemen durch Düngemittel zu reduzieren. Ein großes Potenzial haben Biokunststoffe jedoch, wenn sie aufgrund ihrer Materialeigenschaften, wie z.B. der Kompostierbarkeit, neue Segmente erschließen und zu einer umweltverträglicheren Rohstoffproduktion und -verarbeitung beitragen. Obwohl die Kompostierbarkeit in einigen Bereichen vorteilhaft ist, wäre eine Wiederverwertung biologischer Kunststoffe erstrebenswerter. Zukunftsweisend könnte hierfür die Weiterentwicklung von Bio-PET sein, einem Bio-Kunststoff, welcher zu 30% aus nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen statt fossilen hergestellt wird und chemisch identisch zu herkömmlichen PET ist. Die Rohstoffherkunft spielt hier jedoch eine entscheidende Rolle. Idealerweise werden in Zukunft biobasierte Kunststoffe aus agragrischen Reststoffen und Nebenprodukten hergestellt. Eine solche Lösung wäre beim 100% recyclierbaren Biokunststoff Polyethylenfuranoat (PEF) möglich, welcher derzeit entwickelt wird. Zudem hätte der neue Kunststoff bessere Barriereeigenschaften als PET und könnte dadurch einen besseren Produktschutz gewährleisten.

Das wichtigste Ziel sollte allerdings sein den Ressourceneinsatz zu reduzieren und Abfall zu vermeiden. Mehrwegsysteme, insbesondere für Getränkebehälter, sollten ebenfalls forciert werden. Es gilt die absolute Zahl an Einweg-Artikeln stark zu reduzieren und für die Produktion Recyclingmaterialien wie z.B. recycelte Kunststoffe einzusetzen!

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Science Based Targets machen Unternehmen zu Klimaschutz-Vorreitern

Unternehmerische Klimaziele, die im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen stehen

Zukunftsorientierte Unternehmen haben das Risiko des voranschreitenden Klimawandels erkannt: Immer mehr Wirtschaftstreibende setzen sich CO2 Ziele. Doch wie berechnet sich ein fairer Anteil, welchen ein Unternehmen leisten muss, um die globale Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen? Die Antwort darauf gibt die Science Based Targets Initiative. Damit werden unternehmerische Klimaziele entwickelt, die im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen stehen. Bereits über 500 Unternehmen haben sich weltweit angeschlossen und etablieren sich dadurch immer stärker zu einer treibenden Kraft in der weltweiten Dekarbonisierung.
 

Wirksamer Klima-Schutz

Science Based Targets (SBTs) bieten Unternehmen eine wissenschaftlich fundierte Methodik zur Entwicklung einer innovativen 1,5°C Klimastrategie. 2015 wurde die Initiative von CDP, UN Global Compact, World Resources Institute und dem WWF gegründet. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihren Anteil am Klimaschutz zu berechnen und sich so eine rentable Unternehmenszukunft zu sichern. Mit branchenspezifischen Methoden, einem kostenlosen Berechnungstool, einem Handbuch und technischer Unterstützung ermöglichen SBTs eine praxisnahe Umsetzung.

Folgt ein Unternehmen dem SBT „Call to Action“ verpflichtet es sich innerhalb von zwei Jahren ein wissenschaftsbasiertes Ziel einzureichen. Die Berechnung der jeweiligen SBTs kann durch drei unterschiedliche Ansätze erfolgen, welche je nach individuellen Bedürfnissen ausgewählt werden. Nach einer Prüfung der eingereichten Ziele durch die Initiative wird dieses offiziell anerkannt. Der Entwicklungsprozess eines SBT-Zielpfads liefert dem Unternehmen wertvolle Impulse und verdeutlicht zentrale Handlungsfelder für ihre Nachhaltigkeitsstrategie.

Langfristige Wettbewerbsvorteile

Entscheidet sich ein Unternehmen für einen ambitionierten Klimaschutz bringt dies auch starke wirtschaftliche Vorteile mit sich. SBTs helfen langfristig Kosten zu reduzieren, Innovationen voranzutreiben und die Profitabilität zu steigern. Sie minimieren Klimarisiken für das Unternehmen und erhöhen das Vertrauen von Stakeholdern sowie Investoren. Diesen positiven Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Geschäftsergebnis bestätigt eine Studie der Rating-Plattform CDP. Unternehmen mit veröffentlichten CO2 Reduktionszielen erwirtschaften innerhalb von 12 Monaten einen besseren Kapitalertrag als jene ohne. Weiters gaben in einer Umfrage 63% der befragten CEOs an, dass das Setzen von SBTs zu mehr Innovation im Unternehmen geführt hat.

Vorteile Science Based Targets, © by SBTi

Neuer Standard für immer mehr Unternehmen

Welche zentrale Rolle die Wirtschaft bei der Begrenzung des Klimawandels spielt, zeigt ein Blick auf die Zahlen: So entsprechen beispielsweise die direkten CO2 Emissionen der Unternehmen, die sich weltweit der SBT-Initiative angeschlossen haben, den gesamten Emissionen Deutschlands (884 Millionen Tonnen). Darüber hinaus werden unter bestimmten Bedingungen auch Scope-3 Emissionen bearbeitet. Belaufen sich diese auf mehr als 40 % des Gesamt-Footprints eines Unternehmens, werden ambitionierte Vorgaben zur weiteren Reduktion entlang der Wertschöpfungskette gesetzt. Dadurch können Potentiale nachhaltig ausgeschöpft werden.

Über 500 Unternehmen, wie z.B. Coca Cola, Procter & Gamble oder Sony haben sich der SBT-Initiative angeschlossen. Auch österreichische Wirtschaftstreibende sind bereits Teil. Darunter Verbund, Österreichische Post AG, Constantia Flexibles (Ziel bereits gesetzt), sowie Telekom Austria, Raiffeisen Bank International und Austria Glas Recycling (Ziel in Ausarbeitung).

Die Tragweite von 1,5° Grad

Klimaextreme, Wasserknappheit, Artensterben, Hunger, Armut, kriegerische Konflikte: Um die Risiken des Klimawandels zu minimieren ist eine Deckelung des Temperaturanstiegs bei 1,5°C unumgänglich. Dies zeigt auch der neue Bericht des Weltklimarats IPCC. So spitzen sich die Folgen des Klimawandels schon bei einem geringen Temperaturanstieg stärker zu als bisher erwartet.

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Auswirkungen globale Erwärmung © WWF

Bei einem Anstieg von 1,5°C würden etwa 700 Millionen Menschen regelmäßig extremen Hitzewellen ausgesetzt sein, bei einer Temperaturerhöhung von 2°C bereits zwei Milliarden Menschen. Ein Beispiel unter vielen, welches verdeutlicht, dass die strenge max. 1,5°C Paris-Ambition in den Mittelpunkt aller Anstrengungen gerückt werden muss. Für Unternehmen in Industriestaaten wie Österreich bedeutet dies insbesondere den Ausstieg aus fossilen Energien und eine starke Reduktion des Energieverbrauchs bis 2050. Die aktuellen Kriterien der SBT-Initiative entsprechen diesen Vorgaben und begleiten Unternehmen in eine 1,5°C Wirtschaft.

Was Unternehmen heute schon tun können

Die Weltengemeinschaft braucht weitgehende, wirksame Anstrengungen, welche über inkrementelle Emissionsreduktionen hinausgehen. Unternehmen zählen zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen und sind damit auch ein entscheidender Teil der Lösung. Der WWF ermutigt Wirtschaftstreibende sich auf vielfältige Weise für Klimaschutz einzusetzen und sich der SBT-Initiative anzuschließen. Eine 1,5°C Wirtschaft ist möglich, setzen auch Sie die nächsten Schritte:

  1. Informieren Sie sich online über wissenschaftsbasierte Klimaziele und nutzen Sie die kostenlosen Webinare.
  2. Werden Sie Teil der SBT-Initiative und unterzeichnen Sie den Commitment Letter.
  3. Entwickeln Sie Ihre SBT-Ziele mit Hilfe der Ressourcen und Tools.
  4. Kommunizieren Sie Ihr Ziel und gewinnen Sie Partner entlang Ihrer Wertschöpfungskette.
  5. Vernetzen Sie sich mit anderen Klimavorreitern über Ihre Branchengrenzen hinaus. Auch das Netzwerk der WWF CLIMATE GROUP bietet Ihnen dafür die Möglichkeit.

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Interview with kindby (SIA-Finalist 2018)

Together with the Social Impact Award (SIA) I’m interviewing the ten SIA 2018 finalists about their social entrepreneurship projects. One of them, kindby, is Austria’s first rental store for baby clothing. Read the interview below to find out why. You can vote for your favourite project until the 25th of September here:
https://socialimpactaward.at/

Since babies quickly outgrow their clothes, parents often resort to cheap baby clothes. Founder Okan and his team at kindby want to stop the purchase and sale of low-grade and unsustainable baby clothing through their platform for leasing clothes. In doing so, they want to have a positive impact on the consumption behaviours of newly arrived parents and teach children about sustainability at the same time. We spoke with Okan McAllister about his project, the circular economy and the Students’ Impact Initiative (SII).

Elisa from This Sustainable Life: What was your motivation? Why did you start your project?

Okan from kindby: The obvious reason here is that we want to combat textile waste and unsustainable production methods. However, we would also like to create a social business that is not just for the people who have a sustainable lifestyle, but for everyone. For this, you need a variety of factors, one of which being a competitive advantage. In this case, we have a price advantage we can offer. Usually, sustainable products demand a price premium which might discourage the part of the population who is not necessarily prioritizing sustainability in their lifestyle. We would like to offer an entry way for this segment of the population by solving real life problems for them.

Elisa: How do you achieve this price advantage?

Okan: Especially for baby clothing the leasing model makes sense, since baby sizes change so frequently in the first two years of life. You will be able to rent the clothes for a few euros per month and are able to return it for free. kindby then checks the quality and washes it and then it goes back to the inventory. The rental model saves parents 60% per year, while providing them with the best quality clothing and accessories available.

Elisa: How often can you resell the clothing and is it organic?

Okan: We are not sure yet, we need to find out together how often it can be rented. We also still need to decide if we use organic or normal certified cotton and find out which one is more sustainable since normal cotton could have a longer durability. Reusing the clothing as often as possible would have the most positive impact. We are working with a consulting company on this to find out which method is better from an environmental perspective. It should also be 100% circular and one of the main problems for recycling is multi-fibre textiles. By ensuring that we have 100% recyclable materials the waste management companies don’t need to downcycle anything, we can mill it down to fibres and can sell it to the reclaimed fibre industry.

Elisa: How often do you rent or share things?

Okan: People share stuff because of an economic incentive, but then there is also stigma (e.g. when wearing used clothes). Unfortunately there are not so many options for 2nd hand clothes for men, so I try to buy high quality (sustainably) and buy less. Because the main problem is that we are buying too much and are throwing away to quickly. Reuse mechanisms like 2nd hand clothes thus don’t address the source of the problem. This is why kindby wants to make it more accessible and easier for people to transition into a more sustainable lifestyle without having to pay more for sustainable products.

Elisa: Sounds good! How did you get the idea for your project? What did you do the moment you came up with the idea?

Okan: Although there are current efforts to make second hand cool, charity shops do not address the core issues of textile waste and production. There are several problems along the way. Recollection rates, sustainable production, clothing or accessories that are not recyclable are some of these issues. We wanted to come up with a way to combat most of these areas in a scalable and financially sustainable way. With this business model we are able to empower existing social businesses, sustainable producers, and teach children about responsible consumption, as parts of the profits of kindby will go towards our existing programs we have teaching middle school and high school children about sustainability (www.missionliftoff.com). The moment I had the idea, I was on my way to a meeting in the subway, I simply wrote it down as with most ideas I have. Not an exciting story there, unfortunately. If I see a problem, I want to do something about it.

Elisa: How did you find a team for the project?

Okan: This initiative is implemented by an organization called Students’ Impact Initiative. We create social businesses, and teach children about societal issues. With SII we create impactful ideas and find people that would like to implement them. We have several different initiatives. We want to show that successful bottom-up initiatives can also provide a best case example in our transition to a circular economy. We recruit from all universities every semester! Anyone can be a part of our team and can check us out at www.siiaustria.com. However, for a startup project it is quite difficult to find the right people, since they should technically commit around 2 years full-time to test it and you also need to ensure that your vision is aligned with them. In this case, it’s helpful to write a manifesto as a team to set the right expectations for each other, so that everyone is on same boat (what do you expect from each other? Where will the company go in 10 years? How much time etc. can you invest? How would you react if an investor wants to buy the company?). Set honest expectations and think about the future realistically.

The kindby-Team (c) kindby

Elisa: You probably know that there are already some similar social businesses in Germany and Denmark for leasing baby clothes, how do you distinguish yourself from them and do you see them as competitors or partners?

Okan: After I had the idea I did some research online and also found those companies, but I don’t see them as competition. Social businesses should align to become better together. Social entrepreneurs go into markets that are not well known. When they create a market, regular companies come and compete with them. If you are doing it for the impact you want to have and not for the money only, other social businesses aren’t competition, but partners in crime.

Elisa: What is your biggest difficulty in developing your project? What personal qualities help you?

Okan: It is quite difficult to choose your producers with a vision like ours. Responsible producers and suppliers of baby clothing and accessories are more than welcome to get in touch with us at [email protected] In terms of qualities, we use diversity as our strength. We have people from various backgrounds in our team that provide different perspectives on our projects, which helps us immensely. We do not focus on recruiting people with a business background to our team, but recruit according to mindset. We as SII have an exclusive development program for our members that cover all the relevant areas from project management, business strategy, content marketing, graphic design, all the way down to event management and pitching. This is called the Prime Mover program.

Elisa: What was a funny anecdote from your project life? 😉

Okan: In one of our first pitches for kindby, the title slide had a very cute baby as a background. On the lower left hand corner, we had our logo and the tagline: high quality at affordable prices. It was only until after our pitch that we realized that people initially thought that we were about to talk about renting out babies…

Elisa: Last but not least, what advice would you give to a potential founder?

Okan: In my opinion, there are two main things a founder has to have regardless of background; emotional intelligence and discipline. It starts off by being extremely self aware and secure, which allows you to know what kind of feedback you should be listening to and then having the discipline to not only work on your lagging areas but also just relentlessly keep going. At the end of the day, there is a huge set of hard and soft skills you will need to be able to move forward, and there will always be people who have various opinions on what will work and what won’t. Being truly self aware of what you’re overlooking, what you are not good at and more will help you accept what needs to be better, and a dose of emotional intelligence will help you understand what kind of feedback you should be listening to and what to not focus on. This is why hard work on its own is nowhere near enough. Be at a level of awareness where you can objectively look at yourself and your idea so that you can make sure to work hard on the right things.

You can find further information about kindby on their homepage, Facebook and Instagram.

Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards , der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

Tag der Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelabfall-Vergleich Kärnten, © by WWF Österreich

Der 2. Mai ist Tag der Lebensmittelverschwendung. Das heißt, dass alle Lebensmittel, die seit Jahresbeginn produziert wurden, rechnerisch ungenutzt im Müll landen. Dieser skandalösen Verschwendung von Ressourcen muss dringend entgegen gewirkt werden. Laut einer Studie des WWF gehen ein Drittel der produzierten Lebensmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Feld bis zum Teller, verloren. Global gesehen entspricht das ca. 1,3 Milliarden Tonnen. In Österreich fallen jährlich rund 577.000 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen an – das ist so viel wie die gesamte Kärntner Bevölkerung isst.

Lebensmittelabfälle in der Wertschöpfungskette, © by WWF Österreich

Die meisten noch genießbaren Lebensmittel werden mit 206.000 Tonnen in den Haushalten weggeworfen. Aufgrund von falscher Lagerung und Fehlinterpretationen des Mindesthaltbarkeitsdatums kommt es hier zu enormen Verschwendungen. Dicht gefolgt mit insgesamt 175.000 Tonnen liegt die Außer-Haus-Verpflegung, also Betriebskantinen, Restaurants und Caterer. In der Produktion fallen jährlich 121.800 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen an. Fast ein Drittel davon ist hier dem Handel zuzurechnen, da es sich dabei um Retourware handelt, die nicht verkauft und an die Produktion zurückgestellt wird. Der Einzelhandel selbst belegt mit 74.100 Tonnen nur Platz 4, was Lebensmittelverschwendung betrifft. Für die Bereiche Landwirtschaft und Großhandel sind nach wie vor keine gesicherten Zahlen und Studien vorhanden, d.h. dass die tatsächlichen Lebensmittelabfälle noch deutlich höher sind.

Lebensmittelverschwendung ist nicht nur teuer, sondern hat auch Folgen für die Umwelt. Für Produktion, Transport und Verpackung von Lebensmitteln werden beispielsweise Böden ausgelaugt, wird Wasser verbraucht und viel CO2 emittiert, nur damit diese dann ungenutzt wieder im Müll landen. Dabei ist Verlust nicht gleich Verlust. Die Ökobilanz einer entsorgten Ananas aus Costa Rica, die mit großem Energieaufwand eingeflogen wurde, ist natürlich deutlich schlechter als jene einer entsorgten Birne aus dem eigenen Garten. Bis ein Kilo Bohnen aus Kenia auf unseren Tellern landet, werden fast fünf Liter Erdöl verbraucht. Am stärksten belastet die Umwelt das Wegwerfen von Fleisch, weil dessen Produktion besonders viele Ressourcen braucht: In einem Kilo Fleisch stecken zwischen sechs und 16 Kilo Futtermittel. Eine Reduktion des Fleischkonsums und ein gleichzeitiger Umstieg auf qualitativ hochwertigeres Fleisch – am besten bio und regional – ist daher dringend nötig.

Doch was können wir tun um den Tag der Lebensmittelverschwendung weiter in Richtung Jahresanfang zu rücken?

Besonders im eigenen Haushalt lässt sich Lebensmittelverschwendung mit diesen Tipps leicht vermeiden:

  • Bewusst Einkaufen: Im Voraus überlegen, welche Lebensmittel tatsächlich benötigt werden. Bei Großpackungen und Mengenrabatten lieber zweimal nachdenken, ob der Kauf wirklich Sinn macht.
  • Richtig lagern: Lebensmittel sollteentsprechend den Empfehlungen gelagert werden. Neue Einkäufe werden im Kühl- und Küchenschrank am besten hinten verstaut. Essensreste halten in luftdichten Behältern länger frisch. Nicht jedes Gemüse muss in den Kühlschrank. Eine Übersicht zur richtigen Lagerung im Kühlschrank findet ihr in dieser WWF Broschüre.
  • Haltbarkeit beachten: Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist, können oft noch problemlos konsumiert werden. Zuerst testen, ob abgelaufene Produkte wirklich nicht mehr genießbar sind, bevor sie im Müll landen.
  • Kreativ verwerten: Aus Essensresten können neue Gerichte kreiert werden. Auch überreife Früchte oder altbackenes Brot lassen sich weiterverarbeiten. Viele Reste eignen sich zum Einfrieren und Wiederauftauen.

Auch die anderen Akteure der Wertschöpfungskette sollten zum Handeln aufgerufen werden, so sollten Restaurants z.B. variable Portionsgrößen anbieten und das Küchenpersonal auf effiziente Verarbeitung und alternative Verwertungsmöglichkeiten schulen. Der WWF Österreich geht noch einen Schritt weiter und fordert von der österreichischen Bundesregierung einen Aktionsplan, damit die vermeidbaren Lebensmittelabfälle bis 2030 tatsächlich um die Hälfte reduziert werden können. Neben eine flächendeckenden Datenerhebung, bedarf es hier klarer Zuständigkeiten und verbindlicher Maßnahmenpakete mit Reduktionszielen für alle betroffen Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Weitere Tipps und Infos zum Thema Lebensmittelverschwendung könnt ihr dieser tollen Broschüre vom WWF Österreich entnehmen.

Is meal replacement the future?

The last few weeks I had the opportunity to test Huel (pronounced similar to fuel, as it is fuel for your body 😉 ). Huel sent me a test package with 1,75kg of their vanilla and 1.71kg of their unflavoured/unsweetend powder. I wanted to test Huel since I am quite busy at the moment with writing my thesis and am sometimes struggling to find affordable, fast, nutritious and vegan food on the go. I also really like the mission of Huel to “make nutritionally complete, convenient, affordable food, with minimal impact on animals and the environment”.

After trying Huel for several weeks (usually 4-5 times a week), I can say that it met my expectations. It is really easy to prepare and tastes good (especially the Vanilla flavour). I did not really like the unflavoured version, but when I mixed it with vanilla (2:3), it tasted very good (and also not too sweet like the vanilla one). The consistency is also very nice, like a normal shake. However, if you have a mixer, you should use that for preparing Huel as I sometimes had a few clumps when only preparing it in the shaker (moreover you could then add some fruits to make it even tastier 😉 ). I think Huel is a really good meal replacement that you can use 1-2 times every day. If you would want to, you could even replace all meals with Huel. Personally, I would not like to do it as I enjoy eating out with friends and I like good and varied food. I found that especially replacing breakfast and/or lunch with Huel is quite handy when I am working or studying in the library, as it is fast, nutritious and very cost effective. Usually I would need to pay at least 6 EUR for a meal and with Huel a meal costs me less than 2 EUR and is probably more nutritious and better for the environment. Also you can get very creative with Huel and e.g. use it for baking pancakes or making normal smoothies by mixing it with fruits etc.

One of my main reasons why I wanted to try out Huel was due to environmental and ethical considerations. I like about Huel that it’s 100% vegan and gives me the nutrients (26 essential vitamins and minerals) that I need in the most efficient way. Moreover, CO2 emissions and packaging are reduced. Thus, it has the potential to solve the global problem of feeding 9 billion people in a sustainable way. However, it is of course still nicer to eat normal food, cook with friends, and take a proper lunch break from work. Occassionaly it is really handy if you are very busy and want to have a nutritous and environmentally friendly meal. Tell me if you give it a try and send me a comment with your experiences. 🙂

Life in a township

The most eye-opening experience that I had in South Africa was my visit to a local slum. A researcher named Yondela, who also lives in this informal settlement, showed a few friends and me around his home Enkanini. Enkanini was established in 2006 in Stellenbosch when underpriviledged people claimed this land and made it (illegaly) to their home.

As we walked through the mud we saw children playing in the dirt and annoying their mother while being on the toilet. Although the government set up a few toilets, most toilet locks were broken, which made it difficult for the mother (and other women) to have some privacy. Moreover, apart from the unhygienic reasons, these toilets are also a safety issue for women as they are often molested there. As we continued our walk we past by some small local shops and a waste collection site, which had one container and lots of trash all around it as well as in the nearby stream. Most people looked at us curious and greeted our guide Yondela. All the self-made shacks were constructed in a unique way, one even had a small garden with plants in tires and the shack’s wall was made out of earth filled tires for increased insulation. As we continued to the top of the hill we saw a promising sight – there were many solarpanels on top of the shacks! This was the main reason for our visit, we wanted to ask Yondela about how it is to live in an informal settlement and what possibilities there are to improve the livelihoods of these inhabitants. The solar panels represent a big improvement for Enkanini’s inhabitants as they provide enough electricity for a household to power a refridgerator, some lights and a mobile phone, which fosters education and access to opportunities via the Internet. The residents pay a installation fee for the solar home system and then a monthly fee of R150 for the use of the system. The iShack organisation is responsible for the operation and maintenance of the solar panels and has installed since 2007 over 700 solar home systems. There is a high demand as many of Enkanini’s 2,500 households are on the waiting list to obtain their own systems. The solar panels are a major improvement as Enkanini’s residents do not have access to electricity and often cap illegaly electricity lines, which causes fires in the settlement.

Enkanini (informal settlement in Stellenbosch)

Enkanini (informal settlement in Stellenbosch)

The iShack project improves the livelihoods of the local inhabitants as well as the sustainability of the informal settlement through various different measures. Besides the solar panels, the in 2010 established organisation shows the inhabitants how to construct their shacks in a more energy-efficient way through sustainable “demonstration” shacks that are built from leftover or recycled materials as well as an innovative layered wall construction for better cooling and insulation. Moreover, biogas digesters are installed in the bathrooms to turn human solid waste into biomethane for cooking. Furthermore, the iShack project tries to improve the rain water and grey water collection systems.

If you are interested in the iShack project, you can check out the following videos.

2-3min video:

12min video:

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Fees Must Fall

Having spent the last three months in South Africa, the main issues that made me experience a potential culture shock and a feeling of uncomfortability have been the ongoing effects of apartheid. Although apartheid ended in 1994, there is persistent inequality, poverty, racism and crime. The recent student protests of the “fees must fall” movement have made these racial issues in South Africa and particularly Stellenbosch more visible to me. The racial insults that various ‘white’ and ‘black’ students say about each other have shocked me. While I agree with the aim of the protests to make education more affordable, some aspects of this student movement are highly controversial. Especially the violence of some of the protesters made me question their approach. In many parts of this country, demonstrators have destroyed and burned university facilities. Furthermore, protestors occupied the library at Stellenbosch and other universities in the exam period and are thus hindering other students from studying. I still do not quite understand these measures, but I assume the aim is to demonstrate to the other students “If we can’t study, then you also can’t”. As a result the security staff on campus has been increased with very intimidating equipment and weapons. The following video shows the violence of the police when dealing with the protestors and explains the reasons for this student movement.

feesmustfallThe amount of violence and racism that comes from both sides, police and protesters, black and white, is shocking to see. The fees must fall movement is about far more than tuition fees, it is about changing the ‘white’ system. Although I can understand the feeling of oppression and injustice of the black students, what some of the movement’s leaders have posted on social media is disturbing as they are even hinting at killing the white South Africans. This excerpt of a fees must fall leader’s Twitter account and Interview with a radical fees must fall protestor illustrate this point. Although the majority of protestors do not agree with this, a black African friend of mine told me “I do not want to kill the whites, but I’m ready for them to leave” as the ‘white system’ has caused severe problems in Africa and injustice.

The current protests are an outcome of South Africa’s major societal problems that result from colonialism, apartheid and an incompetent and corrupt national government. As not even primary education is free in South Africa, achieving free tertiary education currently seems like an unrealistic goal. However, the protests have raised awareness about the persistent inequalities in South Africa and have the potential to make the education system more inclusive. Yet, this noble aim can only be achieved by creating a mutual understanding for both sides of the discussion and facilitating a peaceful and fruitful dialogue between South Africa’s black and white population.

Picture: Mike Hutchings

My encounter with South Africa

As facebook usually gives us this false superficial perfect image, I felt the need to express my true experience with living in South Africa to not only show you all the beautiful landscape pictures. While the landscape, climate and the local people that I have met so far are wonderful, there are some things that would hinder me from relocating here on a long-term basis. The most crucial issue is hereby the persisting extreme inequality between the citizens of this country. One would think that the government ought to have tried a lot to improve this situation after the end of the apartheid regime, but this does not seem to be the case. While the “white” people are enjoying a glass of wine at one of Cape Town’s fancy wine estates or are shopping at the luxurious Water Front, the majority of the city’s population lives in townships and informal settlements. During the apartheid regime the people of the no longer existing District 6 were displaced from their home by bulldozing their houses and were relocated to the Cape Flats, which are now sprawling with townships where these people live in poor living conditions until today. While the city tries to offer through its Reconstruction and Development Programme (RDP) social housing, at least 1.9 million people are still living in shacks and 35% of Cape Town’s population lives below the poverty line.

Being told by locals not to give money to the beggars, as this will prevent them from going to a homeless shelter, leaves me walking past them with an uncomfortable feeling of pity, helplessness and a pinch of fear. However, being surrounded by predominantly “white” South Africans and expats, the only thing that affects my life in this beautiful bubble is fear. The feeling of not being able to move freely leaves me feeling dependent and vulnerable. Even though I have travelled to other developing countries, I have never before experienced these insecurities as here. I still could not figure out if it is really as dangerous as everybody says or if all of the well-meant warnings are exaggerated, but I guess it’s better to be safe than sorry. This feeling made me grow fonder of our privileged life in Europe where we don’t need to worry about walking alone on the streets or using public transportation. I miss this freedom and independence and feel imprisoned in my privileged bubble which makes me see only the sunny sides of South Africa. Living in the most unequal city of South Africa, Stellenbosch, has shown me the priceless value of democracy and a well-functioning social welfare system.

Nomzamo/Lwandle is a township bordered by the communities of Strand and Somerset West, about 40km east of Cape Town. Retrieved from http://www.unequalscenes.com/strandnomzamo

Nomzamo/Lwandle is a township bordered by the communities of Strand and Somerset West, about 40km east of Cape Town. Retrieved from http://www.unequalscenes.com/strandnomzamo

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